Die neueste Kreation aus dem Hause HTC sieht rein äußerlich aus wie ein BlackBerry-Klon. Die Kanadier werden zwar leicht verärgert sein, doch in Asien zeigt man seine Wertschätzung, indem etwas kopiert wird.
Die Ähnlichkeit ist in der Tat sehr frappierend. Großes Display, darunter eine QWERTZ-Tastatur und zwischen beiden ein Trackball. Auf der Rückseite fallen lediglich die Kameralinse und der fehlende Blitz ins Auge. Die Verarbeitung lässt von der Wertigkeit her bereits auf eine Windows Mobile Phone schließen. Da wackelt nichts - alles sitzt bombenfest, inklusive der Tastatur.
Wer nach dem Einschalten des Snap auf den Bildschirm tippt, erlebt eine Überraschung. Es tut sich nämlich nichts. Ja, auch HTC baut noch Smartphones ohne Touchscreen. Doch auch ohne die Möglichkeit einer Berührung bietet der Schirm ordentliche Werte. QVGA-Auflösung und 65.000 Farben sind zwar keine Spitzenwerte, aber die Sichtbarkeit der Informationen wird dadurch nicht signifikant geschmälert. Gleiches trifft auf die 2-Megapixel-Kamera zu, die nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen mag, was auch an der fehlenden Fotoleuchte liegt. Aber das HTC mischt in einigen Bereichen durchaus in der Spitzengruppe mit. So lädt es Daten mit bis 7,2 Mbit/s in den Speicher und bietet fast alle möglichen Bluetooth-Profile.
Für weltweiten Empfang ist der Nutzer dank Quadband bestens gerüstet, ebenso für den Einsatz in den immer zahlreich werdenden W-LAN-Hot-Spots. Navigation mittels GPS, allerdings ohne Sprachausgabe ist zudem kostenfrei mit GoogleMaps realisierbar. Sie vollen volle Navigation? Dank Windows Mobile können professionelle Navigationslösungen der üblichen Verdächtigen ohne Probleme nachgerüstet werden. Echte Aussetzer zeigt der Snapper nur im Bereich Sprachfunktionen. Weder Sprachwahl noch -Steuerung haben Eingang in die Ausstattungsliste gefunden. Die alte „Krankheit“ der fehlenden Situationsprofile trifft das HTC zum Glück nicht.
Die Menü-Icons sind logisch aufgebaut und unterscheiden sich kaum von denjenigen, die auch die Wettbewerber verwenden. Zwiespältig ist allerdings die Anordnung der Tastatur. Gut positioniert sind zwar die Hörertasten, die sich auch leicht treffen lassen. Denkbar schlecht ist hingegen die Koppelung der Softkeys mit der „zurück“- bzw. „Home“-Taste. Fehlbedienungen sind daher zumindest anfangs an der Tagesordnung. Auch die Qwertz-Tasten stehen viel zu eng aneinander ohne einen klar erfühlbaren Zwischenraum. Für „dicke Pranken“ sind die daher kaum zu gebrauchen.
Etwas entschädigt wird der Nutzer allerdings durch die ausgezeichnete Beleuchtung der Drücker und vor allem durch die unterschiedliche Farbwahl der Doppelbelegung. Optisch kommt es dadurch zu keinen Falscheingaben. Ebenfalls clever: Mit Hilfe der „Inner-Circle“-Funktion, die über die ganz unten rechts positionierte Taste aufgerufen wird, werden E-Mails, die von bestimmten Personen kommen, im E-Mail-Eingang hevorgehoben und oben angeordnet.
Der Prozessor leistet 528 MHz und gehört damit zu den schnelleren. Das macht sich in der Reaktionsgeschwindigkeit bemerkbar. Im Alltagsbetrieb kommt es kaum zu störenden Gedenksekunden oder Ruckeleien. Ebenso war kein Funkloch zu erahnen. Stets zeigte der BlackBerry-Ersatz den Netzbetreiber im Display an, keine E-Mail wurde so zu spät gepusht und kein Anruf landete auf der Mailbox. Nicht einmal am Sonntag in ländlicher Region beim Mittagessen wird man daher von Anrufen verschont. Da hilft es nur die Taste „Aus“ zu drücken.
Überzeugend bei Telefonieren ist die Sprachqualität. Der satte Klang ohne Hintergrundgeräusche lässt einen manchmal länger als nötig am Hörer verweilen, falls man nicht ohnehin bereits mittels Headset den ganzen Tag Musik hört. Rund 480 Stunden Standby gibt der Hersteller an. Im Testbetrieb waren hingegen maximal 140 Stunden möglich - das liegt allerdings bei den Smartphones im Spitzenbereich. Nicht verschweigen sollte man aber, dass bei intensivem Dauerbetrieb auch nach etwas über einem Tag die Lichter ausgehen.
Eckdaten HTC Snap
Hersteller:
HTC
Preis:
ca. 349 Euro
Maße:
11,7 x 6,2 x 1,2 cm
Gewicht:
120 Gramm
Prozessor:
Qualcomm MSM 7225
Display:
TFT, Farbpalette 65.536, Auflösung 240 x 320 Pixel
Ausstattung
Netze Quadband/UMTS | Display TFT, Farbpalette 65.536, Auflösung 240 x 320 Pixel | | Betriebssystem Windows Mobile 6.1 | Prozessor Qualcomm MSM 7225 | Taktfrequenz 528 MHz | RAM 192 MB | RAM erweiterbar bis 16 GB | Memory-Slots (microSD) | Bluetooth-Schnittstelle (A2DP) | HSDPA | USB-Kabel im Lieferumfang | W-LAN | E-Mail-Push-Dienst | Digitalkamera Auflösung max. 1.600 x 1.200 Pixel | Videokamera Auflösung max. 352 x 288 Pixel | GPS-Empfänger | Voice over IP
Stärken
Sehr gute Verarbeitungsqualität | Gute Sprachqualität | Schneller Prozessor