Das soll ein Alienware-Notebook sein? Auch in der neuen Formensprache will das M17x die Konkurrenz das Fürchten lehren - und die Voraussetzungen der Optionsausstattungen dafür sind gut.
Wo ich bin, ist oben. Oben in der Prozessor-Rangliste, oben auf dem Schreibtisch. Denn da gehört ein solcher Bolide hin. Daher macht das M17x mit seiner schnittigen Form auf der Schreibtischoberfläche einen eleganten Eindruck und verdeutlicht optisch: „Ich bin edel, ich habe Power - hier ist oben!“. Die gleichen Materialien und Verarbeitungsmechanismen wie bei Dells Luxus-Notebook Adamo kommen auch beim M17x zum Einsatz: Anodisiertes Aluminium und die rahmenlose Glasoberfläche schaffen ein hochwertiges Gesamtbild. Nichts ist wackelig, nichts glitschig, nichts klappert - quasi wie ein Monolith steht so ein M17x auf jeder Oberfläche. Dass dabei das Skull-Design früherer Alienware-Geräte auf der Strecke blieb, ist sicherlich im Sinne der Mutter Dell. Der Adamo-Stil zieht sich sogar bis auf die ansehnliche Unterseite durch: Eine gelaserte Aluminiumplatte dient als Typenschild.
Trotzdem ist das M17x auf Anhieb als Alienware-Gerät erkennbar: Ausgeschaltet merkt man es zwar nur durch das Alien-Gesicht in der Mitte der Abdeckung des LED-hinterleuchteten Displays. Eingeschaltet hingegen zeigen die aus allen Öffnungen, Schriftzügen und sogar der Tastatur leuchtenden Farben, dass hier ein Gaming-Bolide der Dell-Alienware-Familie für Rechenpower garantiert. Wer möchte, kann die Tastatur sogar in vier verschiedenen Farben leuchten lassen - und alle Öffnungen bzw. Schriftzüge in wieder anderen Tönungen.
Als eines der ersten Seriengeräte konnte „unser“ M17x leider noch nicht mit allem aufwarten, was die Baureihe so bieten kann. Immerhin: Der 17-Zöller glänzte mit Full-HD-Auflösung und wird von einer Hybrid-Kombination aus der integrierten GeForce 9400M G und GeForce M260GTX befeuert. Und ein RAID-Festplattensystem aus zwei 500-GByte-Datendrehern ist auch nicht von der Hand zu weisen. Dazu ein 2,8 GHz schneller Core 2 Duo T9600 mit vier GByte RAM - das kann was. Und ist doch nur das untere Ende der M17x-Fahnenstange: Die bietet bis zum schnellsten Quad Core, 8 GByte und einem SLI-Verbund mit 2 GeForce M280GTX alles also, was das Herz begehrt.
Drei verschiedene Display-Anschlüsse, zwei Kopfhörerbuchsen, vier USB-Ports, eSATA und sogar der teilweise schon verschwundene FireWire-Anschluss bevölkern die Seiten des M17x. Nur die Buchse für die Stromversorgung musste auf die Rückseite ausweichen - gut, wenn das Kabel am Schreibtisch nicht im Weg ist. Neben der überschäumenden Anschlussvielfalt bietet das M17x zudem eine hinterleuchtete Tastatur mit Ziffernblock, einen Slot-in-Brenner (auf Wunsch auch für Blu-ray) und zwei Kartenslots (Expresscard, Speicherkarten).
Am Tippgefühl merkt man, wo die Wurzeln dieser Tastatur liegen: Nicht, dass die Keyboards der bisherigen „Außerirdischenware“ schlecht gewesen wären, doch dieser Tastensatz ist eindeutig durch die Business-Produktschule der Mutter Dell gegangen. Wie von selbst finden die Finger die einzelnen Buchstaben. Da wirkt das Touchpad in der Originalkonfiguration fast schon knochig-unsensibel - es ist erst dann angenehm, wenn man ein paar Regler verschoben hat.
Sicher: Rumtragen möchte man diesen Boliden am liebsten nicht. Doch alle Buchsen und Knöpfe sitzen an den richtigen Stellen. Auch das Touchpad liegt schön weit außerhalb der Gehäusemitte - unbeabsichtigte Mausklicks mit dem Handballen sind unwahrscheinlich. Als Makel schleppt das M17x die hoch glänzende Displayoberfläche mit sich herum: Beim Spielen in abgedunkelter Umgebung knallen dadurch die Farben natürlich herrlich, doch bei anderer Nutzung der Rechenpower, beispielsweise im 3D-CAD-Büro oder beim Videoschnitt, können einen die Spiegelungen wahnsinnig machen.
Über Leistung redet man nicht, die hat man! So ähnlich könnte das Credo lauten, unter dem Alienware seine Maschinen zusammenbaut. So auch beim M17x: Der Prozessor selbst ist zwar nicht der schnellste, den Mobile Zeit jemals gemessen hat, doch Grafikleistung und die rasende Geschwindigkeit des RAID-Systems kompensieren diesen „Lapsus“ spielend. Und man muss bedenken, dass Alienware da noch einige Luft nach oben im Programm hat.
Das frisst aber an der Ausdauer. Im Zyklus von Mobile Zeit hielt der Bolide gerade mal gut 90 Minuten durch - sicherlich ausreichend für die Anwendung, auch mal ohne Strom funktionieren zu können, aber nichts für den mobilen Einsatz.
Eckdaten Alienware M17x
Hersteller:
Alienware
Preis:
ca. 2.353 Euro
Maße:
40,6 x 32,1 x 5,1-5,4 cm
Gewicht:
5.300 Gramm
Prozessor:
Intel Core 2 Quad T9600
Display:
TFT, Maximale Auflösung: 1.920 x 1.200 Pixel, Maße: 17 Zoll